Der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Am 14. Okt. 2016 wurde der Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017 gewählt.

Waldkauz - Foto: NABU/Marcus Bosch
Waldkauz - Foto: NABU/Marcus Bosch

Europas häufigste Eule sorgt für Krimistimmung

„Schuu-hu-huuuu!“ schallt es mitten im Winter im Dunkeln durch Parks, Friedhöfe und Wälder. Urheber des schaurig-schönen Gesangs ist der Waldkauz, der bereits in Hochzeitsstimmung ist .

 

Bekannt ist der Waldkauz eigentlich jedem, denn fast jede Nachtszene in Kriminalfilmen wird mit seinem langgezogenen Balzruf untermalt. Am häufigsten rufen Eulen in der Abenddämmerung. Deshalb bietet sich ein Spaziergang kurz nach Sonnenuntergang am ehesten an, um den balzenden Vögeln zu lauschen. „Im Herbst haben sich junge Paare zusammengefunden und bleiben nun ihr Leben lang zusammen. Sie suchen sich ein Revier in alten Wäldern oder baumreichen Parks mit möglichst vielen Mäusen", erläutert Eulen-Experte Ulrich Lanz vom bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV). Auch Kleinvögel, Amphibien und Insekten stehen auf dem Speisezettel.

 

Alle Eulen verspeisen die getötete Beute mit dem Kopf voran oft in einem Stück und würgen die unverdauten Fell- und Knochenreste als Gewölle wieder heraus. Mit ihrer Hilfe kann man die Eulen auch tagsüber aufspüren. „Manchmal liegen ganze Haufen dieser grau-schwarzen Zigarren unter einem Baum. Oft sitzt dann tagsüber eine Eule in diesem Baum und verdaut gemütlich die Beute der Nacht“, so Lanz.

 

Bis zu 60 Kilogramm Fleisch futtert ein Pärchen innerhalb eines Jahres – das sind einige Tausend Mäuse. „Man hat sogar schon Waldkäuze beim Fischen beobachtet. Dabei benutzen sie ihre kräftigen Krallen, wenn ein unvorsichtiger Fisch zu nahe an die Oberfläche kommt", schildert Lanz. „Wie alle Eulen orten sie das Rascheln ihrer Beute mit einem feinen Gehör und fliegen sie lautlos an: Spezielle Strukturen an der Außenkanten der Schwungfedern sorgen für Luftverwirbelungen und schlucken sämtliche Fluggeräusche, die ihre Beute warnen könnten.“

 

Im Winter sucht das Weibchen eine Höhle in einem alten Baum, seltener in Häusern und Giebeln. Gerne brüten Waldkäuze auch in großen Eulen-Nistkästen in mindestens acht Metern Höhe. Im März legt das Weibchen drei bis fünf weiße Eier in ein kleines gepolstertes Nest aus alten Gewöllen. Das Männchen versorgt sie dann mit frischen Mäusen.

Gut einen Monat nach dem Schlüpfen gehen die Jungen als kleine Federbälle auf kurze Erkundungstouren im Geäst des Brutbaumes. „So niedlich die Ästlinge auch sind, man sollte sich von ihnen fernhalten“, warnt Lanz. „Waldkauzweibchen verteidigen ihre Brut äußerst aggressiv.“ Schon manch ein Neugieriger habe ein Auge durch die scharfen Krallen der lautlos attackierenden Eulenmutter verloren. (Quelle: www.nabu.de)

Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016

Charaktervogel bunter Landschaften

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen Distelfinken. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen.

Auf den Habicht, Vogel des Jahres 2015, folgt damit ein Singvogel, der zu den farbenfrohesten Vögeln Deutschlands zählt. Der auch Distelfink genannte Stieglitz steht für vielfältige und farbenfrohe Landschaften, denn er ernährt sich vornehmlich von den Samen zahlreicher verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Bunte Landschaften mit ausreichend Nahrung gibt es jedoch immer weniger, daher ist der Bestand des Stieglitzes in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Weitere Informationen zum Vogel des Jahres gibt es hier.