| Warum Bachrenaturierung? |
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Mit der Flurbereinigung in den 60iger und 70iger Jahren wurden große Abschnitte der Bäche begradigt, die wichtige Randbepflanzung wurde beseitigt, Staustufen wurden eingebaut und die Bäche wurden in ein enges Korsett, das so genannten "Nassauer Gestück" gezwängt. Die Folge davon war ein schnelles Abfließen des Wassers und damit einhergehend große Probleme beim Hochwasserschutz am Unterlauf der Flüsse. Auch gingen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere verloren. Der NABU-Waldems hat sich schon in früheren Jahren darum bemüht, Verbesserungen an einzelnen Bachläufen zu erreichen. Leider war zu dieser Zeit die notwendige Einsicht bei den Beteiligten nicht immer vorhanden. Die großen Hochwasserkatastrophen haben hier zu einem Umdenken geführt. Die Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen wird mittlerweile von allen Seiten als einer der wichtigsten Schritte zum Hochwasserschutz gesehen. Unser Redaktionsmitglied Christine Schlicht hat in der ihr eigenen Weise (siehe Illustration links) gezeigt, um was es geht. Vor 5 Jahren hat der NABU Waldems eine neue Initiative gestartet, zumindest an Teilen der Bäche Renaturierungsmaßnahmen durchzuführen. Erfreulicherweise wurde diese Initiative positiv von der Gemeindevertretung Waldems aufgenommen. Ein vom NABU erstelltes Konzept zur Renaturierung der Bäche war eine erste Grundlage für die weiteren Beschlüsse der Gemeindevertretung. Nicht zuletzt muss an die auf der Ebene der Europäischen Gemeinschaft verabschiedeten Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erinntert, werden, weil diese vorschreibt, dass alle Fließgewässer bis 2015 in einen naturnahen Zustand versetzt werden müssen. Mit Hilfe einer für die Gemeinde Waldems vom Umweltberatungsbüros Wiecki erstellten Studie zur Renaturierung der Waldemser Gewässer sollen nun nach und nach die in einer vom Gemeindevorstand bestätigten Prioritätenliste zusammengefassten Projekte in die Tat umgesetzt werden.
Das Wehr oberhalb der Oberdorfer Mühle am Emsbach wurde als erste Maßnahme 2003/2004 renaturiert. Wo bisher das Wasser ähnlich einem kleinen Wasserfall einige Meter hinabstürzte, wurde eine zwölf Meter lange Rampe geschaffen, so dass der Höhenunterschied auf sanfte Weise ausgeglichen wird. Kleintiere und Fische haben nun die Möglichkeit wieder in den Oberlauf des Emsbaches zu kommen. Auf Grund der schlechten finanziellen Situation der Gemeinde wurden für 2004 keine weiteren Haushaltsmittel für Renaturierungsmaßnahmen bereitgestellt. Um die Renaturierungsbemühungen nicht schon kurz nach Beginn wieder einschlafen zu lassen, hat der NABU Waldems beschlossen mit eigenen finanziellen Mitteln und eigener Manpower in Absprache mit der Gemeindeverwaltung weitere Maßnahmen außerhalb der Prioritätenliste durchzuführen. Dazu zählen Pflanzmaßnahmen im Uferbereich der Bäche, Renaturierung von kleineren Steilabfällen am Fischbach und die Schaffung eines kleinen Feuchtgebiets im Bereich des ehemaligen Kinderspielplatzes in Steinfischbach. Diese Maßnahmen wurden zum Teil bereits durchgeführt. Bei ausreichend Frost werden die Steilanfälle am Fischbach Anfang 2005 renaturiert. Das Ziel des NABU, die ausgebauten Bachläufe in naturnahe Bachläufe zu verwandeln, die vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten, aber auch wesentlich zum Hochwasserschutz beitragen, lohnt den Aufwand. In den folgenden Jahren wurden Teilprojekte realisiert, z.B. die teilweise Beseitigung der Schlabachverrohrung in Esch und die Neugestaltung des Zuflusses des Schlabachs in den Emsbach. Aber auch kleinere Maßnahmen werden weiterhin jedes Jahr vom NABU durchgeführt. Den freiwilligen Helfern, den Aktiven, sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt. Weitere interessante Informationen zum Thema Bach- und Flußrenaturierung enthält die Wasserpost des NABU. Sie kann kostenlos bei RCornelius(at)t-online.de bestellt werden. Gerne informiert auch Projektleiter Gunther Möller über die Bachrenaturierung (Fon: 06087.861, Mail: Gunther.Moeller [at] NABU-Waldems.de) Zur Themenseite "Porojekt Bachrenaturierung"... Zur Hauptseite "UNSERE PROJEKTE"... |


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